Digitale Liebe

Liebe. Was ist das schon? Eine Illusion? manchmal frag ich mich das schon. Jede zweite Woche einen neuen Freund, eigentlich alle im Suff kennen gelernt. Entweder auf Tinder oder im Club. Nüchterne Menschen fassen ja auch kein Tinder an. Aber wo wir grad bei jungen Menschen sind. Wissen die den überhaupt, um was es bei der Liebe geht?

Unser Leben besteht aus Ablenkungen

Sei es dein Instagram-Feed, deine Twitter-Timeline, die Dult, Geburstagsfeiern der Freunde, Nachts weggehen. Was wollen die Leute damit erreichen? Na sich ablenken. Was ist der Sinn vom Ausgehen? Spaß. Was ist der Sinn vom Feiern? Spaß.

Abgelenkt von jeglichen wichtigen Dingen im Leben treiben wir dahin, angetrieben vom Spaß. Sozial sind sie alle, aber ob sie schon mal erlebt haben, was es bedeutet, wirklich geliebt zu werden, bleibt dabei außen vor. Vielleicht will man sich auch ablenken, weil man etwas erlebt hat, von dem man sich nur zu gern ablenken würde, aber das ist auch keine Lösung. Wenn man es verarbeiten will und lernen will, damit umzugehen, muss man sich damit befassen. Ablenken bohrt das schwerwiegende Thema nur weiter in die Tiefen des Unterbewusstseins, wo es massiven Schaden anrichtet, der sich auf das spätere Leben auswirkt.

Kaum haben wir eine freie Minute, holt man sofort das Smartphone aus der Tasche. Ist schon eine Angewohnheit geworden, denn man kann gar nicht mehr ohne diese ständige Ablenkung. Eine schlechte Angewohnheit. Wie viel Zeit hast du im Leben, um dich zu langweilen? Genug. Wie viel davon verschwendest du auf Instagram, Facebook, WhatsApp, Snapchat, Instagram, YouTube? Jede kleine Minute davon. Kaum geht der Lehrer aus dem Zimmer, muss man sofort nachschauen, ob jemand was wichtiges geschrieben hat. Es ist wie eine Sucht, man kommt einfach nicht davon los.

Ich selbst war auch „süchtig“, bis ich mir ein neues Handy gekauft habe, auf dem nur noch Apps sind, die ich wirklich brauche. Keine der oben genannten Apps. Und es hat mich Jahre gebraucht, an den Punkt zu kommen. Ausschlaggebend für den ersten Schritt war das loswerden von WhatsApp aufgrund einer gescheiterten Beziehung. WhatsApp zu deinstallieren, hat mir nicht nur geholfen, von dieser nicht-endenden Beschäftigung loszukommen, sondern auch mit einer Person abzuschließen, dir mir größtenteils geschadet hat.

Die zweite Beziehung war viel besser, jedoch ging sie nach einem knappen Jahr wegen eines ganz anderen Grundes zugrunde. Kurznachrichten. Wenn man alles, was man ausdrücken möchte, in Kurznachrichten fassen möchte, so bleiben dabei Gefühle auf der Strecke. Das Problem ist nicht, dass das Schriftliche keine Gefühle übermitteln kann, aber eher, dass man in Kurznachrichten weniger reinpackt, als man sollte. Klar gibt es Emoji, um dem ganzen ein wenig unterzuhelfen, Gefühle einfacher auszudrücken. Aber das Grundproblem bleibt bestehen.

Auch ist dieser ewige Kontakt mit dem anderen irgendwann ein Problem. Dass man sich wie ein altes Ehepaar fühlt, das sich eig nur noch streitet, nicht mehr fragt, wie der Tag so war, passiert viel schneller, wenn man sich ständig so leicht auf die Nerven gehen kann. Auch fällt dann Telefonieren viel schwerer, weil man sich eigentlich am Telefon nichts mehr zu sagen hat. Telefonieren, den Klang der Stimme hören ist für mich bei weitem nicht so gut, wie die Person wirklich zu treffen, aber besser als Kurznachrichten ist es allemal. In der Stimme steckt nämlich das Bisschen an Gefühl, das man bei Kurznachrichten vernachlässigt, zu übermitteln.

Manipulation

Abgelenkt von dem ständigen Drang, seine Social Media Accounts zu aktualisieren, schwimmen wir Jugendlichen dahin in unserem Leben und lassen uns von den Sozialen Medien unsere Gefühle beeinflussen. Facebook, dafür bekannt, weniger ethisch und datenschutzfreundlich zu Handeln hat ohne das Wissen ihrer Nutzer an ihnen selbst eine Studie gemacht. Feeds dieser unfreiwilligen Testpersonen wurden entweder mit mehr negativen oder mehr positiven Inhalten gespeißt, während die Gefühlswelt der Personen anhand ihrer Posts und Kommentare überwacht wurde. Herausgestellt hat sich, dass sich Nutzer massiv von diesem ungleichen Verhältnis an positiven und negtiven Inhalten beeinflussen lassen. Möchte man also eine Person dazu bringen, sich von jemandem zu Trennen, kann man seine Posts überwachen und ihn anschließend mit entsprechenden Inhalten hin zu der Trennung manipulieren. Dies ist eine große Gefahr für Beziehung und es sollte nicht Unterschätzt werden, in was für einer Machtposition sich Monopolkonzerne hier befinden.

Verbunden mit der gefühlslosen Kommunikation, die die Kommuniation per Kurznachrichten oft mit sich bringt, entsteht hier die perfekte Angriffsfläche für Leute, die einem was anhaben wollen. Postet man zudem auch Inhalte mit seinem Partner, öffnet man sich für noch mehr Angriffsfläche, da man nun direkt zu dem Thema von bösartigen Personen unterhalb seiner Posts manipuliert werden kann. So kann man direkt manipulative Kommentare untergemischt bekommen. Ist man unglücklich mit seiner Beziehung, kann einem unter diesen Posts jeder, der einem folgt, ein Kommentar zuschieben, das eventuell große Auswirkungen auf das Unterbewusstsein und damit das Verhalten zwischen der Personen hat.

Um was geht es denn jetzt bei der Liebe?

Liebe. Das ist … Freiheit, mit der anderen Person tolle Sachen erleben und sich über intime Dinge austauschen können. Liebe ist nicht sein Liebesleben mit allen teilen. Liebe ist eine Zweisamkeit von zwei Personen, die sich gern haben und nichts öffentliches. Darum sollte man seine Beziehung möglichst von der Öffentlichkeit fern halten. Denn sonst ruft man Neid, manipulative Ratschläge und Kommentare hervor, die der Beziehung nur schaden. Außerdem besteht Liebe nicht aus Kurznachrichten, selbst wenn man sich dabei über den Tag unterhält, es geht doch nichts darüber, sich mit der Person, die man liebt, persönlich zu treffen. Allerdings können Videotelefonie und Kurznachrichten auch stark dabei helfen, wenn man sich nicht einfach treffen kann und die Person eine Stunde weg wohnt beispielsweise.

Aber gibt es denn etwas schöneres, als sich nach mehreren Wochen endlich wieder zu treffen, in die Arme zu fallen und sich zu freuen, dass man den Anderen endlich wieder spüren kann?

Verfasst als Hausaufgabe für den Deutschunterricht.

2 Antworten auf „Digitale Liebe“

  1. Ich habe mir dein Essay durch gelesen. Auch einige deiner anderen Essays. Du kommst mir wie ein verbitterter Mensch vor, der schlechte Erfahrungen gemacht hat und diese nun auf seine Mitmenschen projiziert. Ich möchte dir meine Perspektive erklären:

    „Jede zweite Woche einen neuen Freund, eigentlich alle im Suff kennen gelernt. Entweder auf Tinder oder im Club. Nüchterne Menschen fassen ja auch kein Tinder an.“

    Treffen diese Aussagen besonders auf eine Person, einer Personengruppe oder alle Personen zu die du kennst? Oder sind diese Aussagen allgemein gültig? Sind diese Aussagen so richtig? Ich hoffe, du hast dir diese Fragen gestellt, bevor du los geschrieben hast. Ich bin der Meinung, dass es nicht grundsätzlich falsch ist, wechselnde Partner zu haben. Und auch wo und wie man neue Partner kennen lernt, spielt keine Rolle. Außer, man will sich damit profilieren, weil man etwas kompensieren möchte.

    Für eine Partnerschaft gehören zwei Menschen, die sich in einem Augenblick entscheiden, einen gemeinsamen Weg zu gehen. Wie lange und für welchen Zweck und unter welchen Umständen spielt für dich als außenstehende Person gar keine Rolle. Warum auch?

    Natürlich findest du so ein Verhalten moralisch verwerflich und du würdest weder Tinder benutzen, noch neue Leute im Suff kennen lernen. Ich auch nicht, aber für mich ist es auch moralisch verwerflich, zu verurteilen und zu verallgemeinern, nur weil man an eigene Gedankenkonstrukte klammert.

    „Wissen die denn überhaupt, um was es bei der Liebe geht?“

    Nein, und das müssen sie auch nicht! Man muss nicht alles wissen, um zu leben. Du solltest auch anfangen zu leben, anstatt dich auf das Leben anderer zu fokussieren. Oder weißt du, worum es bei der Liebe geht? Wenn ja, dann werde jeden Tag eine bessere Version von dir. Du bist deine eigene Verantwortung. Was du machst ist deine Sache, was andere machen ist deren Sache.

    Du benutzt kein Social Media? Gut für dich und du hast bestimmt deine persönlichen Gründe. Das bedeutet allerdings nicht, dass Social Media grundsätzlich schlecht ist und Menschen, die Social Media benutzen besonders große Langeweile haben und sich ablenken wollen.

    Nicht alles ist schwarz und weiß, sondern alle Abstufungen von Grau. Ich hoffe, meine Perspektive hat dich auch zum Nachdenken gebracht. Ich will dich damit auf keine Fall persönlich attackieren oder dir vorschreiben, was du zutun hast. Man lebst glücklicher, wenn man weniger toxic ist.

    „I don’t even know if there is such a thing as justice in the [shinobi] world. We fight believing in our own justice. But if the enemy is doing the same thing, who’s right?“

    -Shisui Uchiha zu Itachi.

    1. Hallo und danke für deinen ausfühlichen Kommentar!
      Ich fühle mich dadruch nicht angegriffen, weil dieser Text absolut nicht ernstzunehmen ist. Das Thema wurde von meinem Deutschlehrer vorgegeben und darum hab ich meine Gedanken dazu formuliert. Ich wollte einfach ein bisschen salty über das ganze Thema schreiben, weil ich es lustig fand.
      Mit vielen deiner Argumente hast du recht und das will ich einfach so stehen lassen.
      Grüße :3

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