Drucker.

Ich habe heute einen Drucker unter Linux eingerichtet. Ich hatte keinen Spaß dabei, habe meinen gesammten Vormittag verschwendet. Darum möchte ich mich nun etwas auslassen.
Drucker sind die umweltschädlichsten, respektlosesten, korruptesten, nervigsten, properitärsten und nervigsten elektronischen Geräte, die die Menschheit je geschaffen hat.
Warum ist die Benutzererfahrung so unglaublich grausam, dass einem wirklich das Blut beim Einrichten eines CPUS-Druckers in den Adern zu kochen beginnt? Diese Geräte sind so eine derartige Beleidigung für einen Benutzer, dass man sich echt fragt, warum Menschen sie überhaupt benutzen wollen.
Druckertreiber sind ein Chaos. So wie ich das verstanden hab, gibt es mehrere offene (CPUS, HTTP-Print) und einige properitäre (von HP zum Beispiel) Schnittstellen, über die Drucker mit einem Computer kommunizieren können. Ein Drucker hat dann immer einen Treiber, der z.B. ein PDF-Dokument in eine Postscript-Datei verwandelt, die der Drucker versteht. Und nein. Es gibt kein einheitliches Interface. Jeder verdammte Drucker hat seinen eigenen Treiber. Sogar jedes verdammte Untermodell.

Tintenpatronen.

Kapitalismus im Endstadium. Warum kosten Tinenpatronen so viel? Nun, weil die Hersteller es sich erlauben können. Im properitären Jungel der unendlichen Mengen an Drucker-Hardware gibt es so viele Unterschiedliche Patronenformate, dass Hersteller tatsächlich für jeden verschissenen Apparat einen übertreuerten Preis verlangen können. Eingebaute Chips in den Druckerpatronen und properitäre Mikrokontroller-Hardware sorgt unweigerlich dafür, dass selbst nachfüllbare Patronen nie eine Option sein werden.

Umweltschädlich.

Nachfüllpatronen? — Fehlanzeige. Recycelbares Plastik? — Fehlanzeige. Jah, was passiert, wenn ihre properitären, überwachten, chipgesteuerten Patronen ihres 60€-Druckers einmal zur Neige gehen? Naja, sie können sich für 85€ einen Satz Nachfüllpatronen besorgen. Oder gleich einen neuen Drucker kaufen. Für 25€ weniger. Was würden sie tun? Wir haben inzwischen drei Drucker im Keller und zwei gestapelt übereinander im Arbeitszimmer stehen.
Ich hasse diese Teile.
Aber warum benutzen wir sie dann? — Der Mensch braucht Papier! … zumindest in Deutschland. Vieles muss eben einfach ausgedruckt, kopiert oder irgendwo in Papierform aufgehoben werden, sodass Drucker wohl niemals wirklich besiegt werden können. Zumindest solange es keine gescheite Alternative zu diesem Schwachsinn gibt.

Die Zukunft des Netzwerks

Internet of Things. Oh gott wie schrecklich dieser Begriff in meinen Ohren klingt. Ich kann es nicht ausstehen. Kühlschränke mit Internet! Für was bitte?

Aber tatsächlich denke ich, dass diese Entwicklung ein bisschen, wenn auch nur ein kleines bisschen, sinnvoll ist. Ich mein was ist denn Bluetooth? Zwei Geräte kommunizieren miteinander, tauschen Daten aus. Ob jetzt Audiodaten für die kabellosen Kopfhörer oder einfachere Daten, wie die Uhrzeit für die Smartwatch. Das ist ein Netzwerk, weil zwei Geräte im Spiel sind.

Lasst das mal einen Schritt weiter denken: Was ist denn der Monitor? Eigentlich auch ein eigentständiges Gerät, das Daten über HDMI oder DisplayPort empfängt und anzeigt. Man kann mit den Daten auch noch etwas machen, z.B. die Farben anpassen und der Monitor sendet auch Daten zu dem Computer zurück, dass dieser weiß, welche Auflösung und Bildwiedehrolrate er senden soll. Für mich ist auch das ein Netzwerk. Zwar ein recht simples, aber für mich reden hier zwei getrennte Geräte miteinander und tauschen Daten aus.

Noch ein Beispiel: Tastauren und Mäuse. Es gibt ja inzwischen Bluetooth Tastaturen, die können sich mit mehreren Geräten verbinden, sodass man zwischen Computer oder Laptop umschalten kann mit einer einzigen Taste. Das ist für mich auch ein Netzwerk. Tastatur und Computer tauschen zum Verbinden auch Daten aus.

Nun zum eigentlichen Punkt: Was wäre denn, wenn einfach nur all diese Geräte Teil eines großen Netzwerks wären, indem alle miteinander reden können. Monitor redet mit anderem Monitor. Tastatur redet mit Monitor. Tastatur redet mit Computer. Laptop redet mit Monitor. Was könnte man damit machen?

Es würde Computer und Netzwerke, wie wir sie kennen, komplett miteinander verschmelzen.

USB ist auch so ein Kandidat. Mit USB 4 kann der USB Port plötzlich alles. Thunderbolt 3, PCIe, USB 3.1 Gen2x2, DisplayPort, etc. Warum machen wir nicht einen einheitlichen Standard, der einfach all diese unterschiedlichen Protokolle in Pakete verpackt und über as Netzwerk verschickt?

USB over Ethernet, DisplayPort over Ethernet, PCIe over Ethernet!

Hättet jetzt jedes Gerät einfach eine IP-Adresse und würde sich automatisch mit einem Netzwerk verbinden, dann könnte es problemlos die unterstützten Funktionen per Anfrage übermitteln und los geht’s! Bluetooth macht das heute schon. Verbinde ich mein Smartphone mit einem Kopfhörer, kann ich wählen, ob das Gerät als Kopfhörer, Mikrofon oder sogar komplette Sprechanlage behandelt werden soll. Das Bluetooth Gerät übermittelt dem Smartphone die unterstützen Funktionen und dann kann man entsprechende Daten an dieses schicken.

Warum machen wir das mit DisplayPort, HDMI, USB und PCIe nicht auch so? Overhead wahrscheinlich. Es ist wesentlich schneller, den Computer direkt an die Grafikkarte anzuschließen, als diese virtuellen Ports über das Netzwerk weiterzuleiten, wo sie erst durch alle möglichen Netzwerkschicken laufen müssen, bis sie letztendlich beim Endgerät ankommen.

Wahrscheinlich meistens auch nicht 100%ig fehlerfrei. Und das ist der Haken. Der Weg eines so hochkomplexen und bitrateintensiven Streams wie denen von DisplayPort oder HDMI über das Netzwerk zu übertragen ist einfach (noch) nicht sinnvoll. Es ist zu kompliziert, produziert unnötige Verzögerungen und hat heute leider noch weniger Mehrwert.

Aber: Die Richtung, in die sich unsere digitale Technik momentan Entwickelt, könnte tatsächlich ein solches Paradies zur Folge haben. Beispiel:

  1. USB-CAlles geht über ein Kabel. Niemand will sich mehr mit den unterschiedlichen Konnektoren und ihren Vor- und Nachteilen beschäftigen. Mein Laptop hat drei davon. Mit entsprechenden Adaptern einfach absolut unkompliziert und praktisch.
  2. Edge ComputingDie Ressourcen zum verarbeiten der Daten sind bei IOT nicht umbedindingt am besten in einem Datencenter aufgehoben. Am energieeffizientesten ist es immer noch, einen kleinen Computer, der die Daten bereis aufbereitet, vor Ort zu haben. Vielleicht haben Monitore ja in Zukunft die Grafikkarte integriert und wir schließen nur noch ein Thunderbolt Kabel an, das diese Grafikkarte per PCIe an den Computer anbindet.
  3. Wireless DisplayAch Kabel. Was soll dieser Mist! Am besten gar keins! Dachte sich wohl Apple mit AirPlay und Android mit MiraCast. Auch Anbieter wie Sonos verkaufen vernetzte Lautsprecher, die diese Standards sogar im ganzen Haus verteilen. Und ich sehe eine Zukunft darin.
  4. Sonos Whole Room Audio SystemKlar! Keiner (der sich um den Klang scheert) verwendet heute mehr feste Anlagen. Am besten portable Bluetooth-Lautsprecher oder praktische Soundsysteme im ganzen Haus. Der Sound folgt einem durch das Haus und die Wohnung. Das ganze Haus wird eine Soundanlage!

Mit Audio ist das also schon problemlos möglich. Fehlt nur noch die entsprechende Datenrate für die Übertragung von Videostreams, PCIe-Bus-Daten, etc. Aber das kommt! Sicher kommt es irgendwann!

Man hat dann nur noch einen großen und starken Computer daheim und Thin-Clients verbinden sich damit und lagen Rechenresourcen aus. Am besten hat man dann auch noch die nötige Ausfallsicherheit mit einem Backup-Server, der übernimmt, falls mit dem Hauptserver ein Problem auftritt. Und vielleicht brauchen wir irgendwann gar keinen Server mehr Zuhause, weil die Internetanbindung gut genug ist, um all diese Sachen ins nächste Rechenzentrum auszulagern. Ganz sicher nicht in Deutschland in den nächsten 20 Jahren, aber vielleicht in 30 oder 40 Jahren.

Schon lustig, dass das quasi die Rückwärtsentwicklung vom Heimcomputer zurück zu den Terminals der ersten Universtitätscomputer ist, oder?